Tierphysiotherapie

Ähnlich wie in der Humanphysiotherapie können mit der Tierphysiotherapie Schmerzen verringert, Blockaden behoben Muskeln aufgebaut und Bewegungsabläufe verbessert werden. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und reichen von jungen Tieren mit Koordinationsproblemen oder Wachstumsstörungen bis hin zu alten Tieren mit den verschiedensten Erkrankungen. 

Beim Erstgespräch werden gemeinsam mit dem Besitzer die Vorgeschichte des Tieres, bekannte Erkrankungen, Gangbild, Muskelstatus und Mobilität begutachtet und dann gemeinsam ein Behandlungsplan entwickelt. 

Der Behandlungsplan kann Massagen, Dehnungen, Mobilisationen, Lymphdrainage, Akupunktur, Bewegungsübungen, Blutegeltherapie, Lasertherapie, Gerätetraining, Training im Unterwasserlaufband und vieles mehr beinhalten. 

Häufig gebe ich den Besitzern auch kleine Übungen mit an die Hand, die sie regelmäßig durchführen können, um den Therapieerfolg zu maximieren.


Akupunktur 

Die Akupunktur ist eine traditionelle chinesische Heilmethode und kann sehr vielseitig eingesetzt werden. Sie unterstützt Probleme im Bewegungsapparat unserer Hunde und Pferde und kann darüber hinaus auch den Stoffwechsel, die Organe und die Lebensenergie (Qi) unterstützen. 


Bewegungstherapie

Die aktive Bewegungstherapie ist ein wichtiger Bestandteil der physiotherapeutischen Behandlung. Ziel der Bewegungstherapie ist die Verbesserung von Kondition, Beweglichkeit und Koordination sowie der gezielte Muskelaufbau ausgewählter Muskelgruppen. In der Bewegungstherapie arbeiten Therapeut, Hund/Pferd und Besitzer als Team zusammen, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Mithilfe von verschiedenen  Übungen werden Bewegungsabläufe neu geschult und Muskeln gezielt angesprochen. Sie als Besitzer bekommen Übungen und einen Trainingsplan an die Hand um so den Behandlungserfolg zu maximieren. 


Kinesiologisches Tapen

Das kinesiologische Taping wurde erstmals in den 1970er Jahren vom japanischen Chiropraktiker Dr. Kenzo Kase beschrieben, der die schmerzenden Gelenke und Muskeln seiner Patienten mit dehnbaren Verbandsmaterialien behandelte. 

Das kinesiologische Tape wird auf das Fell geklebt, wodurch die Haut bei allen Bewegungen gegen das darunterliegende Gewebe verschoben wird. Dieser Reiz reguliert über verschiedene Rezeptoren die Muskelspannung und wirkt über die Hautrezeptoren auch schmerzlindernd und stoffwechselanregend. Das hochelastische Tape wirkt darüber hinaus gelenkunterstützend, ohne die Bewegungsfreiheit des Tieres einzuschränken.

Lasertherapie

Die Lasertherapie kann bei einer Vielzahl von Erkrankungen sehr effektiv eingesetzt werden. Bei der Behandlung wird ein fokussierter, nicht schmerzhafter Laserstrahl verwendet, der tief in das Gewebe eindringt und verschiedene chemische Reaktionen hervorruft. Diesen Prozess bezeichnet man auch als Photo-Biostimulation.

In der Lasertherapie bei Tieren wird der Laser vor allem zur Wundheilung, Geweberegeneration, Entzündungshemmung und Schmerzlinderung eingesetzt. Auch Narben, die ein Störfeld oder eine Bewegungseinschränkung darstellen, können mit dem Laser behandelt werden. Durch die schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung ist der Laser auch bei Arthrosen ein wichtiges therapeutisches Werkzeug.

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Lymphdrainage

Das Lymphsystem ist ein Teil des Immunsystems und für den Flüssigkeitsaustausch und Abtransport im Körper verantwortlich. Das Lymphsystem zieht (ähnlich wie der Blutkreislauf) mit seinen Lymphorganen und Lymphgefäßen durch den gesamten Körper. An strategisch günstigen Stellen im Körper treffen Lymphknoten zusammen und gehen in der Nähe des Herzens in das venöse Blutsystem über. Die Lymphknoten filtern Stoffwechselprodukte, Bakterien und Keime aus der Lymphflüssigkeit heraus und schleusen sie aus dem Körper. Bakterien, Keime und Viren werden von den Lymphozyten (körpereigene Abwehrzellen) erkannt und teilweise zerstört. Die Lymphozyten werden in den Lymphorganen wie Thymus, Milz und Mandeln produziert.  Damit das Lymphsystem uneingeschränkt arbeiten kann, muss die Lymphflüssigkeit aktiv oder passiv transportiert werden.   Ein gesunder Organismus braucht in der Regel keine Hilfe beim Abtransport der lymphatischen Last. Durch Erkrankungen wie Nierenschäden oder Herzinsuffizienzen, nach Operationen oder Infektionen kann es dazu kommen, dass das Lymphsystem mit dem Abtransport der Lymphe nicht mehr nachkommt und mehr Lymphe in den Gefäßen verbleibt, als abtransportiert wird. Dies kann langfristig zu ernsthaften Gefäßschäden führen. Es bildet sich ein Ödem, also eine Schwellung aufgrund von Wasseransammlung im Gewebe. Häufig verursacht die Schwellung Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die durch den erhöhten Druck im Gewebe und der Haut hervorgerufen werden. Der reduzierte Lymphabfluss verzögert darüber hinaus den Heilungsprozess und es kommt bei Wunden/Operationsnähten häufig zu Wundheilungsstörungen. 

Die wirksamste Behandlungsform von solchen Ödemen ist die manuelle Lymphdrainage. Durch eine sanfte Oberflächenmassage mit leichten Pump-, Dreh- und Schöpfgriffen unterstütz der Therapeut den Lymphabfluss und regt die angeschlagenen Gefäße wieder an. Neben der Entstauung der Lymphgefäße wirkt die manuelle Lymphdrainage schmerzlindernd, verbessert die Mobilität und wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus.


Manuelle Therapie

Die manuelle Therapie ist eine physiotherapeutische Behandlung, bei der der gesamte Bewegungsapparat auf Funktionsstörungen untersucht und behandelt wird. Genauer gesagt geht es um muskuläre Verspannungen und Blockaden. Durch das komplexe Zusammenspiel zwischen Muskulatur und Gelenken haben Fehlspannungen in der Muskulatur auch immer eine direkte Auswirkung auf die benachbarten Gelenke. Verhärtet die Muskulatur durch Fehlbelastungen oder Traumata, entstehen Dysbalancen und diese können die Bewegungsamplitude der Gelenke verringern. Diese Bewegungseinschränkung führt zu weiteren Verspannungen und es kommt zu einer Abwärtsspirale, die therapeutisch unterbrochen werden muss.  Ziel der manuellen Therapie ist es, Bewegungseinschränkungen, Dysbalancen und Blockaden zu beheben, um so die daraus resultierenden Schmerzen zu lindern.


Mykotherapie

Die Mykotherapie nutzt Vitalpilze als Therapeutikum für Mensch und Tier. Die Heilkraft der Pilze ist in erster Linie auf die wertvollen Inhaltsstoffe der Pilze zurückzuführen. Daher können Vitalpilze unterstützend bei der Behandlung vieler Erkrankungen eingesetzt werden. 


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Osteopathie

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche, manuelle Heilmethode, die alle Gewebe und Funktionssysteme des Körpers in ihrem wechselseitigen Zusammenwirken versteht. Die Grundlagen des osteopathischen Konzepts formulierte Andrew Taylor Still (1828-1917) am Ende des 19. Jahrhunderts. Seine Grundgedanken haben bis heute ihre Gültigkeit behalten und wurden durch die modernen wissenschaftlichen Erkenntnisse in vielerlei Hinsicht bestätigt. Die Osteopathie regt mit sanften Techniken die Selbstheilungskräfte des Organismus an und vereint drei verschiedene Teilbereiche, die stets ineinander übergreifen.

Parietale Osteopathie

Parietal ist abgeleitet vom lateinischen paries und bedeutet Wand. Die Parietale Osteopathie befasst sich also mit dem Stützsystem des Körpers und umfasst alle muskoskelettalen Anteile des Körpers wie Muskeln, Knochen, Bindegewebe, Faszien, Sehnen- und Bänder. Zur Parietalen Osteopathie gehört die Untersuchung und Behandlung all dieser Strukturen auf Bewegungseinschränkungen.

Mobilisationen

Verschiedenste Ursachen können dazu führen, dass ein Gelenk nicht mehr in seinem vollen Bewegungsausmaß funktioniert, man spricht auch von einer Dysfunktion oder einer Gelenkblockade. Die Ursachen für solche Gelenkblockaden sind vielfältig und die Symptome können geringgradige bis schwere Auswirkungen haben (z. B. Inkontinenz, Probleme mit der Futteraufnahme). Der Osteopath kann Dysfunktion im gesamten Bewegungsapparat ertasten und mit hilfe sanfter Behandlungstechniken beheben.

Craniosacrale Osteopathie

Die Craniosacrale Osteopathie beschäftigt sich mit dem Rhythmus der Cerebrospinalflüssigkeit, die in Gehirn und Rückenmark pulsiert und sich im gesamten Organismus fortsetzt. Der craniosacrale Rhythmus kann durch vielfältige Ursachen beeinträchtigt werden und so Problematiken im gesamten Körper verursachen.

Darüber hinaus werden mit der craniosacralen Therapie die Einzelknochen des Hirnschädels untersucht und behandelt. Der Hirnschädel wird von mehreren Knochen gebildet, die durch bindegewebige Nahtstellen (Suturen) miteinander verbunden sind. Die Suturen ermöglichen eine gewisse Beweglichkeit der Einzelknochen gegeneinander. Bis zum Alter von 9-14 Monaten können Dysfunktionen im Bereich des Schädels noch vollständig behoben werden, danach verknöchern die Suturen. Deshalb macht es auch bei Welpen und Junghunden Sinn, vorsorglich eine osteopathische Behandlung einzuplanen. Aber auch beim erwachsenen Hund ist die craniosacrale Therapie von zentraler Bedeutung, da die intrakraniellen Membranen und die am Kopf ansetzenden Muskeln mit dem gesamten Bewegungsapparat verknüpft sind. Die craniosacrale Therapie kann Fehlspannungen der intrakraniellen Membranen ausgleichen und verbessert die Reaktionsfähigkeit Ihres Hundes gegenüber anderen Therapien.  

Viszerale Osteopathie

Die Viszerale Osteopathie befasst sich mit der Behandlung der inneren Organe. Wie bereits beschrieben werden auch die inneren Organe von einem bindegewebigen Fasziennetz umhüllt, gestützt und geschützt. Mit der viszeralen Osteopathie können die Eigenbewegungen der Organe erspürt und ihre Beweglichkeit wiederhergestellt werden. Fehlfunktionen der Organe können über die Faszienketten zu Fehlhaltungen im Bewegungsapparat führen. Narben und Entzündungen im Bauch- und Brustraum  (z. B. nach Kastrationen) können zu Verspannungen und Verklebungen führen, die sich auf den gesamten Organismus auswirken.

Faszientechniken

Das Fasziensystem gehört zum Bindegewebe und hat zahlreiche wichtige Funktionen im Körper: es umhüllt Muskeln, Gelenke und Organe mit einem komplexen Spannungsnetzwerk, das den Körper schützt und stabilisiert. Faszientechniken kommen somit in allen drei Teilbereichen der Osteopathie vor. Faszien bilden außerdem die tragenden Strukturen für Nerven-, Gefäß- und Lymphsystem und sind unter anderem dafür verantwortlich, dass Muskeln geschmeidig gegeneinander gleiten und arbeiten können. Fehlspannungen in der Faszienkette können so zur Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, verminderter Immunabwehr, Probleme mit dem Lymphfluss,  Muskelverspannungen, -verklebungen oder -atrophien führen.

Mithilfe von myofaszialen Techniken kann der Therapeut Fehlspannungen korrigieren, Gewebeirritationen rückgängig machen und die volle Funktionsfähigkeit der Faszienkette wieder herstellen. Dies bedeutet für Ihren Hund eine direkte Schmerzlinderung, verbesserte Durchblutung, größere Bewegungsamplitude und eine höhere Regeneration der Muskulatur. 


Thermotherapie

Die Kältetherapie (auch Kryotherapie genannt) bezeichnet eine medizinische Behandlung mit Kälte. Dabei wird ein Kälteträger (ein Kühlpack, feuchte Handtücher o.ä.) auf oder an das entsprechende Körperteil gehalten. Wichtig ist immer, dass es hierbei nicht zu Erfrierungen kommen kann und Medien wie Kühlpacks und Eiswürfel stets in ein Küchenhandtuch eingeschlagen werden. 

Die Wärmetherapie bezeichnet eine medizinische Behandlung mit Wärme. Dabei wird ein Wärmeträger (Wärmflasche, Körnerkissen, Rotlicht, o.ä.) auf oder an das entsprechende Körperteil gelegt. Natürlich sollte auch bei der Wärmetherapie auf die adäquate Temperatur geachtet werden, damit es nicht zu Verbrennungen kommt.

Sowohl Kälte- als auch Wärmeanwendungen können Sie als Patientenbesitzer im Rahmen unseres Therapieplans selbst durchführen.  


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Triggerpunktmassage und Dry Needling 

Mit der Trigger- oder Stresspunktmassage nach Jack Meagher können muskuläre Verspannungen beim Pferd lokalisiert und behandelt werden. Die Behandlung erfolgt entweder mit manuellen Techniken oder aber mithilfe der Akupunktur von Stresspunkten, dem so genannten Dry Needling. Ergänzend werden bestimmte Dehn- und Bewegungsübungen dazu genommen, um den normalen Bewegungsradius des Pferdes wieder her zu stellen. 

Diese Techniken kann man grundsätzlich auch am Hund anwenden, allerdings treten beim Hund aufgrund der unterschiedlichen Nutzung seltener Stresspunkte in diesem Sinne auf. 

 

Unterwasserlaufband für Hunde

Die Bewegungstherapie im Unterwasserlaufband bietet zwei entscheidende Vorteile: Erstens ermöglicht das Laufen im Unterwasserlaufband durch den Wasserauftrieb einen besonders gelenkschonenden Muskelaufbau und zweitens wird der Muskelaufbau durch den Wasserwiderstand intensiviert und beschleunigt. Darüber hinaus gibt das Laufband einen regelmäßigen Rhythmus vor, so dass alle Gliedmaßen gleichermaßen eingesetzt werden. Dadurch wird im Unterwasserlaufband schneller und effektiver Muskulatur aufgebaut, als mit allen anderen Therapieformen! Vor allem postoperativ ist der Muskelaufbau zur Gelenkstabilisierung und die Bewegungsschulung zur korrekten Belastung der operierten Gliedmaße sinnvoll. Nach Abschluss der Therapie kann Gelenkstabilität und Muskulatur bis zu 98% wieder hergestellt werden, so dass der Hund wieder an allen Aktivitäten teilnehmen kann. In Einzelfällen, vor allem wenn der Patient zu alt oder das Narkoserisiko zu hoch ist, kann die Therapie im Unterwasserlaufband auch ohne Operation dazu beitragen, einen stabilen Gang und ein selbstständiges Bewegen des Hundes wieder zu ermöglichen und langfristig zu erhalten. 

Höhe, Geschwindigkeit und Steigung vom Laufband können auf die Größe und Leistungsfähigkeit des Hundes angepasst werden. Darüber hinaus kann die Wassertemperatur auf die individuelle Wohlfühltemperatur des Hundes eingestellt werden. 

Ihr Hund wird wieder fitter und agiler und kann mit mehr Lebensfreude am Alltag teilnehmen! Für Ihren Hund und Sie als Besitzer wird es eine große Erleichterung sein, wenn Ihr Hund weniger Schmerzmittel braucht und seltener zum Tierarzt muss. 

Die Einsatzmöglichkeiten der Therapie im Unterwasserlaufband sind sehr vielfältig: 

Konditions- und Muskelaufbau bei Sporthunden

gelenkschonendes Muskeltraining bei allen Arthrosen 

Wiederherstellung der Gelenkstabilität nach allen orthopädischen Operationen 

Kräftigung der Hintergliedmaße bei Hüftgelenksdysplasie

Verringerung von Patellaluxationen durch Muskelaufbau

Muskelerhalt bei Erkrankungen wie Cauda Equina

Stabilisierung des Rückens nach Bandscheibenvorwölbungen, Spondylosen, etc.

Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Hunden

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